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"Sauloch" bei Coburg Deutschland |
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zum Sommelager 1986 |
Für die Rover beginnt das Lager bereits drei Tage vorher.
Sie fahren mit dem Zug bis Siegen, übernachten dort in einer Scheune
und am nächsten Morgen geht es mit dem Fahrrad weiter nach Coburg.
Zur Lagereröffnung am Samstagabend besucht uns unser Kurat Pastor Franz Schnitzler, der mit uns am Sonntagmorgen die hl.Messe feiert.
Nachdem die Lagerbauten stehen, möchte die Jungpfadfinderstufe (Jungen und Mädchen gemeinsam) auf Hike gehen.
An diesem Morgen soll um sechs Uhr durch Frank Jaspers geweckt werden (Haha), was sich verständlicherweise um mindestens eine Stunde verzögert.
Leider kann die geplante Hike dann doch nicht sofort losgehen,
da Kalla erst einen Krankenhausbesuch absolvieren muß:
Eine Zecke, an einem nicht näher zu definierendem Ort, hatte sich bei
ihm eingenistet. Diese Zecke sollte zur allgemeinen Belustigung im Lager
beitragen.
Gegen zwölf Uhr Mittags kann dann die geplante Hike doch noch starten.
Bei strahlendem Sonnenschein und mindestens 30°C im Schatten geht's,
mit Rucksäcken bepackt, durch Wälder, Wiesen und Auen.
Das Ziel ist, am dritten Tag über Umwegen, die Veste in Coburg zu erreichen.
Sie übernachten in Waldstücken unter freiem Himmel. Am Nachmittag des
dritten Tages haben sie die Veste in Coburg erreicht.
Beim anschließenden Besuch im Schwimmbad wird es der Leiterin Monika Schmid
schlecht und man entschließt sich, die Rückfahrt per Bus anzutreten.
Unterwegs fängt dann das Unheil an. Bis zum Eintreffen auf dem Lagerplatz,
ist die halbe Stufe von dieser "Seuche" befallen. Es folgt eine
abwechslungsreiche Nacht, bestehend aus Verteilen von Tüten, Cola und
Salzstangen. Die Epidemie sollte dem Stamm noch einige Zeit erhalten bleiben.
Der am nächsten Tag zur Hilfe gerufene Arzt stellt eine Magen- und
Darminfektion fest und verordnet Sagrotan und Wegwerfgeschirr für das
gesamte Lager.
Aber es nutzt alles nichts, der Virus greift um sich und kaum einer
wird davon verschont.
Den Pfadfindern, die zur gleichen Zeit auf Hike sind, sollte es nicht viel besser ergehen. Schon am ersten Tag wird die Hike, die an die Grenze zur DDR führen sollte, vorzeitig abgebrochen.
Die Leiter Klaus Püllen, Michael Kranenbroeker und Achim Frangen
schicken ihre Jungs in Kleingruppen los in Richtung Grenze und fahren,
um nach einem geeigneten Nachtquartier zu suchen, mit dem Pkw vor.
Kurz vor der Grenze nimmt ein anderes Fahrzeug die Vorfahrt. - Totalschaden.
Achim und Michael machen sich auf den Weg die Jungs zu suchen und sie
zu unterrichten. Klaus sucht sich inzwischen einen geeigneten Leihwagen aus.
Am Abend trifft sich alles wieder im Lager. Eine Woche später startet
ein großes 24-Stunden-Spiel.
Gemeinsam mit den Pfadfinderinnen startet wir am Lagerplatz mit
einer Fotoralley. Um 12.oo Uhr trifft man sich in einem Waldstück.
Nach einiger Suche durch die Leiter werden auch die letzten, die sich
verlaufen haben gefunden. Dort wird dann ein Nachtspiel mit Schatzsuche
veranstaltet.
Die Hike der Pfadfinderinnen geht nach Bamberg. Übernachtet wird unter
anderem in einem wunderschönen Jugendheim, auf einem Schulhof und auf
einer Obstplantage, wo einigen Luma's die Puste aus geht. Es wird zu
Teil gewandert und einige Strecken werden mit dem Zug zurückgelegt.
Die Pfadfinderinnen machen auf dieser Hike zum erstemal Bekanntschaft
mit Rauchbier, woraus ein sehr lustiger Abend entsteht.
Der Pfadfinderinnentrupp ist der einzige Trupp, der weitgehend von der
Epidemie verschont bleibt, da sie bei der Rückkehr der Jungpfadfinder
bereits auf Hike sind.
Zum erstenmal verpflegen sich die Trupps selber, das heißt es gibt keine
Großküche mehr. Aus diesem Grunde gibt es in der Pfadfinderstufe ein paar
Schwierigkeiten und Achim Frangen läuft wie ein hungriger Wolf
durch's Lager ständig auf der Suche nach etwas essbarem.
Klaus und Michael haben aus diesem Grunde immer ein paar Konservendosen
griffbereit.
Ein nicht unwichtiger Grund für den akuten Nahrungsmangel im Pfadfindertrupp
ist der allnächtliche Besuch von "Professor Pekenheini", einem Igel,
der sich jede Nacht in der Truppküche sattißt. Beim Beobachten eben
dieses Igels geschieht es:
Klaus Püllen leuchtet mit der Taschenlampe in ein verdächtig raschelndes
Gebüsch. Er hält die Lampe hinter seinem Ohr, um nicht geblendet zu werden.
Und so findet dann schließlich eine Motte ihr Nachtquartier im hell
erleuchteten Ohr desselben. Der Arzt im Krankenhaus befreit schließlich
die Motte aus ihrem engen verdreckten Schlupfloch. Sie hat es tatsächlich
überlebt. Und wenn sie nicht gestorben ist...
Bei einer Einkaufsfahrt einiger Pfadfinder in den nächsten Ort passiert
das nächste Unglück.
Dirk Senger muß die Erfahrung machen, daß
Autodächer härter als Zähne sind. Wenn man während der Fahrt mit seinem
Hintermann spricht und ihn dabei noch anschaut, sollte man sich nicht
wundern, wenn plötzlich ein parkendes Auto im Weg steht. Bilanz:
Ein Satz neue Zähne und ein zerbissenes Fiestadach.
Das Bergfest wird zum einmaligen Erlebnis. So etwas hatten wir noch nie
im Lager. Keine von uns gespielte und inszenierte Hochzeit, sondern eine
echte Verlobung: Susanne Thoeren und Klaus Püllen. Es gibt Sekt für alle.
Trotz der ganzen Zwischenfälle wird dies als bombiges Sommerlager in die Stammesgeschichte eingehen. Zum erstenmal haben wir wirklich schönes Wetter: Temperaturen bis 30°C und mehr und nur einem Regentag.