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in Roßhaupten bei Füssen Deutschland |
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zum Sommelager 1984 |
Um 20.15 Uhr startet der Bus in Richtung Forggensee.
An diesem Lager nimmt zum erstenmal in der Geschichte des Stammes
ein Mädchentrupp teil.
Neun Jungpfadfinderinnen dürfen zum erstenmal Lagerluft schnuppern.
Am Samstag, den 30.Juni gegen 5.15 betreten die ersten Stammesmitglieder den feuchten und kalten Lagerplatz. Sämtliches Gepäck muß von der Straße bis zum Platz geschleppt werden, da der Bus den schmalen Weg nicht fahren kann.
Zur Lagereröffnung kommt unser Kurat, Pastor Franz Schnitzler, der gerade bei Meran Urlaub macht, ins Lager, um einen Gottesdienst zu halten und unser neues Lilienbanner zu segnen.
Am Montag kommen erste Mattsee Gefühle auf.
Es regnet in Strömen und die Schlafsäcke sind triefend nass.
Als das Wetter besser wird geht die legendäre Schlacht um die
Rundhölzer los.
Man beginnt mit Lagerbauten aus eben diesem Holz,
was dann zum Verhängnis werden sollte.
Nachdem die Rover ihren Wäscheständer, die Altrover ihren Gartenzaun
mit automatischem Törchen gebaut haben, will Kalla mit seinen Juffis
auch etwas bauen. Schon werden die letzten Rundhölzer sichergestellt
und Willi muß mit seinem Pfadfindertrupp in die Röhre schauen.
Das geht natürlich nicht. Also wird alles wieder abgebaut und nach
Entschluß der sofort einberufenen Krisenleiterrunde erst einmal
abgewartet, bis neues Holz da ist.
Natürlich unter Protest der Erbauer, die dann wutentbrannt ihre Bauwerke
wieder abreißen. Es darf kein Rundholz mehr benutzt werden,
so heißt es, also beginnt man sturerweise auch mit dem Abriß des
Lageraltars und des Bannermastes. Doch dem wird Einhalt gegeben,
indem dies zum Allgemeingut erklärt wird. So kommt es auch,
daß die Sonnenuhr der Alt-Rover diesen Tag überlebt.
Das Lagermotto ist geboren: Rundholz,Rundholz über alles!
Am nächsten Morgen wird bei der Morgenrunde die Nachtwache
für die nächste Nacht eingeteilt.
Das ist leider nötig geworden, weil über Nacht sich wohl auf
unerklärliche Weise 21 Koteletts aus dem Kühlschrank gemacht haben.
Da es immer noch regnet verwandelt sich der Platz in ein Schlammbecken. Eine Dusche muß her. Aus Wasserkanister, Plastikschlauch, Isolierband, Staubsauger, Gummipfropfen und Duschstange mit Kopf wird eine funktionierende Heißwasserdusche zusammengebaut, die allgemeine Sauberkeit im Lager verbreitet. Das genaue Funktionsprinzip ist in der Stammeszeitung 2/84 nachzulesen.
Das morgentliche Wecken übernimmt Rainer Thoeren mit seinem
Akkordeon.
"Biscaya", das Lagerlied schlechthin, wird uns von nun
an jeden Morgen aus dem Schlafsack locken.
Am Donnerstag geht es auf große Rundfahrt durch die Alpen:
Wieskirche, Oberammergau, Schloß Linderhof, Kloster Ettal,
Garmisch Partenkirchen, Riesenrutschbahn in Reutte, Ehrwald,
Zugspitze und Neuschwanstein.
Am Samstag findet bei strahlendem Sonnenschein ein Fußballturnier statt, welches die Pfadfinderstufe gewinnt.
An einem Mittag gibt es als Nachspeise Mohrenköpfe.
Man hört Uschi nur noch sagen: "Bitte nicht in die Haare schmieren!"
und schon geht die Schlacht los.
Für das Bergfest wird eine riesige Bühne aus Rundholz, Klapptischen
und Planen gebaut.
Jeder Trupp bringt Sketche oder Ähnliches. Am selben Abend bildet
sich auch der Isabell Fan Club und der Isabell Blues wird aus der
Taufe gehoben.
Sprüche wie: "Weil's besser ist", "Nullinger" oder "Schade eigentlich" werden zu vielgebrauchten Lagersprüchen.
Am 11. Juli starten die Pfadfinder zu einer Bootshike auf dem Forggensee und die Rover radeln nach Meran in Italien.
Am Dienstag, den 17.Juli geht es mit dem ganzen Stamm nach München.
BMW-Museum, Olympiazentrum und Bavaria-Filmstudios stehen auf dem Programm.
Am 21.Juli ist dann die Rückfahrt.
Im Pfarrheim werden wir mit einem "Jahrhundertfrühstück" vom Elternbeirat
empfangen.
Ein schönes Lager.