Die Geschichte des Stammes
St.Elisabeth Krefeld

von 1952 bis 1955


1952

20 Jahre Stamm St.Elisabeth



Die ersten drei Monate verlaufen für den Stamm ziemlich stürmisch:
Am 3.Januar trifft sich der Trupp zur Weihnachtsfeier im Keller unter der alten Sakristei. Am Abend um 20.oo Uhr beginnt die Arbeitstagung bei Schmitz. Anwesend sind: Emil Conrads als Angeklagter Stammesfeldmeister, Günter Schmitz und Werner Püllen als Kornetts sowie Leo Stachelhaus und Franz Josef Keysers als Kläger.
Dem Stammesfeldmeister wird teils zurecht, teils zu unrecht in schärfster Weise vorgeworfen, daß er in der Führung des Stammes lau geworden wäre und keine Initiative mehr zeige.
Nach einer meisterhaften Verteidigungsrede des Feldmeisters werden verschiedene Punkte aufgestellt, die in nächster Zeit durchgearbeitet werden sollen. Der Feldmeister betont, daß ohne Mitwirkung der Pfadfinder eine Besserung nicht möglich sei.

Vom 8.Januar bis 17.Februar findet eine Zwischenprüfung zwecks Ausscheidung der "lila-lau"-Pfadfinder in den Sippen Gazelle und Leopard statt.

Am 8.März werden Schreiben, betreffend der Ausscheidung aus dem Stamm, an neun Pfadfinder verschickt, die es mit ihren Pflichten nicht so genau nehmen. Diese Aktion wirbelt in der Pfarre einen Staub auf, wie noch nie. Die Wellen der Empörung schlagen kirchturmhoch und verlaufen sich erst am Ende des Jahres.

Am 16.März fahren die Jungpfadfinder zum Hülserberg um ihre zweite Gradesprüfung abzulegen. Die Sippe Leopard (älterer Teil des Trupps) wird neu konstituiert. Als Führer wird Werner Püllen vorgesehen.
Der Rest der alten Sippe Leopard wird am 18.März der Sippe Gazelle einverleibt.

Am 20.März teilt Werner Püllen mit, daß er keinen neuen Führungsposten übernehmen möchte. Der Feldmeister ist ratlos. Bei einer Besprechung beim Kuraten am 22.März treffen sich der Stammesfeldmeister und Günter Schmitz. Günter Schmitz übernimmt die Sippe Leopard, Ferdi Lorenz die Sippe Falke (jüngere Hälfte des Trupps).

Ein Höhepunkt im Stammesleben sind die Landeswettkämpfe in Aachen vom 31.Mai bis 2.Juni auf den Süchtelner Höhen. Als beste Sippe des Gaues nimmt unsere Pfadfindersippe Gazelle teil. Die Sippe Gazelle "kam sah und siegte" mit 178 Punkten vor Oppum mit 139 (von 200).
Bei Regen, Sonne und heftigem Wind erringt die Sippe unter der Führung von Emil Conrads den jeweils ersten Platz bei der Pfadfinderstafette, im Laienspiel und im Singewettstreit und holt damit den begehrten Landeswimpel der Pfadfinderstufe zum zweiten Male nach St.Elisabeth.
Hinzu kommt ein Gutschein über 30 DM zur Nutzung für die Sippe oder den Stamm.

Am 1.Sippenabend nach Pfingsten wird Franz Beckers wieder in den Stamm und die Sippe Gazelle aufgenommen.

Bei der alljährliche Pfarrprozession am 22.Juni ist der Stamm an der Errichtung des Altares auf dem Hardenbergplatz beteiligt.
In den Monaten Juli bis Dezember wird von fast allen Pfadfindern tüchtig am neuen Pfadfinderheim gearbeitet.

Vom 2. bis 17.August begibt sich die Sippe Gazelle auf Großfahrt nach Süddeutschland. Mit Fahrrädern und Zweimannzelten geht es über Koblenz, Hanau und Ulm nach Sonthofen, Oberstdorf und zum Bodensee.

Am 17.September wird im Verlauf des Stammesabends im damaligen Pfarrsaal das Stammesprogramm und die weitere Arbeit am Heim besprochen.

Am 20.September führen die Pfadfinder eine Volksbefragung in der Krefelder Innenstadt durch. Ihre Fragen lauten: "Was wissen Sie von Pfadfindern?" und "Was halten Sie von den Jugendorganisationen im allgemeinen?".

Am 28.September treffen sich alle Pfadfinder des Gaues im Stadtwald. Bei strahlendem Sonnenschein zeigen die Pfadfinder in ihren Modellagern pfadfinderische Fertigkeiten. Höhepunkt ist sicherlich dabei der Bau einer Seilbrücke über einen Arm des Stadtwaldweihers und die spätere Begehung dieser. (Nur durch Pfadfinder)

Am 4.Oktober legen drei Pfadfinder der Sippe Leopard im Rahmen einer kleinen Feierstunde ihr Pfadfinderversprechen in die Hand des Gaufeldmeisters ab.

Am 20.Oktober führt die Sippe Leopard eine Wallfahrt nach Kevelaer durch.

Am 12. November legen weitere Mitglieder der Sippe Leopard ihre Versprechen ab.

Zum Ende des Jahres, am 7.Dezember feiert der Stamm im Pfarrsaal sein 20 jähriges Bestehen mit einem Elternabend und einer Ausstellung.

Willi Ponzelar, erster Stammesführer von St.Elisabeth und Kreisjugendführer Peter Bönders sind zu Gast.
Der Mitgliedsbeitrag beträgt in diesem Jahr 2 DM pro Quartal.


1953

Reibereien im Stamm



Dieses Jahr beginnt am 18. Januar für alle Stämme des Gaues mit einem großen Elternabend. Der Oberlichtsaal des Kaiser-Wilhelm-Museums kann die Teilnehmer kaum fassen. Gaufeldmeister Willi Gobbers und Gaukurat Dr.Schaffrath begrüßen die Gäste. Mit nimmermüder Redegewandheit leitet Landesmeister Hans Opdenberg das bunte, zum Teil improvisierte Programm.
Den Abschluß der zahlreichen Beiträge bildet ein lustiges Spiel des Stammes St.Elisabeth, vertreten durch die Sippe Leopard, mit dem Titel: "Der Fakir und die Brillenschlange".
Am gleichen Abend werden dem Stammesfeldmeister Emil Conrads die Glückwünsche zu seiner Verlobung überbracht.
Am 15.März findet im neu erbauten Jugendheim des BdkJ in Maria Waldrast ein Gauführertreffen aller Pfadfinderführer des Gaues Niederrhein statt.
Der Stamm beteiligt sich rege am Maisingen der Pfarrjugend, welches am 30.April stattfindet.
Am Sonntag, den 3.Mai wird in allen hl.Messen für die Jugendgruppen der Pfarre St.Elisabeth geworben. Um 12.oo Uhr sind viele Jungen und einige Mädchen im Pfarrsaal. Der Stamm kann von 45-50 Jungen ca. 35 für sich gewinnen. Die 11 bis 12 jährigen Jungen werden als Jungpfadfinder zusammengefaßt und als neuer Trupp der Obhut von Helmut Demmer (Sippe Gazelle) unterstellt. Dieter Bernhagen übernimmt die Sippe Elch (13 bis 14 jährige Jungen), Manfred van Beek die Sippe Hirsch (12 bis 13 jährigen Jungen).
Vom 23. bis 25.Mai findet das Pfingstlager des Landes Aachen in Moresnet/Belgien statt. Vom Stamm St.Elisabeth beteiligen sich nur Helmut Demmer und Manfred van Beek an dem Lager. Der Landeswimpel wird ihnen (angeblich) dort entwendet und findet sich trotz Bekanntmachung im Landesrundbrief nicht mehr ein.
Zur gleichen Zeit macht die Sippe Leopard eine Pfingstfahrt in die Eifel. Aus heute nicht mehr zu ermittelnden Gründen wird auf die Teilnahme am Pfingstlager verzichtet.
Am 1.Juni ist ein Stammesthing im Pfarrsaal. Die neuen Mitglieder werden dem Stamm vorgestellt. Jungpfadfinder: Helmut Demmer, Sippe Elch: Dieter Bernhagen, Sippe Hirsch: Manfred van Beek.
Der Kurat erzählt den Neuen von den Pfadfindern und ermahnt Sie, immer treu zu sein. Hierauf ergreift der Stammesfeldmeister das Wort und erklärt den neuen Stammesmitgliedern anhand des Werdeganges der Sippe Gazelle was es heißt, Sippe zu werden und zu sein. Danach erklärt er die Sippe Gazelle für aufgelöst und proklamiert sie als "Ritter-Anwärter-Runde".
Am Singewettstreit der Pfarrjugend, der am 21.Juni durchgeführt wird, beteiligt sich der Stamm mit allen Sippen und dem Trupp. Die beiden ersten Preise für Jungen fallen an die Sippen Gazelle und Falke vom Stamm St.Elisabeth. In der Gruppe B belegt die Sippe Hirsch den zweiten Platz. Die Begeisterung kann man sich vorstellen.
Am 25. und 26.Juli findet das Gauspiel auf dem Hülserberg statt. Eine Nacht ohne Schlaf und vieler Spannungen, besonders für die Jüngeren.
Für den 29. und 30.August ist ein Stammeslager vorbereitet und ausgearbeitet. Es kann jedoch nicht stattfinden, da es von Mittwoch bis Samstag regnet. Der Sonntag war natürlich ein strahlender Tag.
Die Ausbildungs- und Vorbereitungsstafette für das Gaulager der Sippen Falke und Leopard folgt am 6.September.
Worauf das eigentliche Gaulager dann vom 12. bis 13.September auf dem Egelsberg stattfindet.
Teilnehmende Sippen sind: Sippe Falke, Leopard, Elch und Hirsch. Der erste Preis und der Gauwimpel gehen an die Sippe Leopard, die die Stafette und den Singewettstreit gewinnt.
Den zweiten Preis bekommt die Sippe Falke. Siebte von insgesamt acht Sippen werden gemeinsam Elch und Hirsch.
Am Franziskustag (4.Oktober) versammelt sich der Stamm um 8.oo Uhr zum hl.Opfer. Anschließend trifft sich der Jungpfadfindertrupp zu einer Streife, die mit dem Versprechen der drei Jungkornetts ihren Abschluß in der Vreed findet. Um 18.oo Uhr versammelt sich der Stamm zur Stunde des Bundes im Pfarrsaal. Hierbei legt der neue Trupphelfer Joachim Hilbrich sein Pfadfinderversprechen ab. Um 18.30 weiht unser Kurat das Pfarrheim, das endlich fertiggestellt wird, mit dem kirchlichen Segen ein.
Am 13.Oktober verübt der Jungpfadfindertrupp unter Leitung von Helmut Demmer einen Überfall auf die Gruppe "Immerfroh" unter der Führung von Irmgard Jöris. Es entsteht eine schwere Schlägerei, bei deren Verlauf Irmgard Jöris, Helmut Demmer eine schallende Ohrfeige verpaßt. Der Jungpfadfindertrupp verzieht sich danach ins "Büdchen". Irmgard richtet eine Beschwerde an Stammesfeldmeister Emil Conrads.
Günter Schmitz übernimmt den Trupp. Die Sippe Leopard wird mit der Sippe Falke vereinigt. Da die Sippe Falke dann eine Stärke von 16 Jungen hätte, wird besprochen, daß die Pfadfinderprüfung für verschiedene Falken streng durchgeführt würde und dadurch eine Verkleinerung der Sippe erfolgen könne. Es sind dies rein private Überlegungen, ohne offizielle Beschlußkraft.
Am Tag darauf erzählt Günter Schmitz dem Hilfsfeldmeister Franz Josef Keysers von der Besprechung. Daraufhin erfolgt dann am 19.Oktober eine Besprechung des Hilfsfeldmeisters mit dem Kuraten. Er erwähnt die Vorgänge des 17.Oktobers. Um 20.30 Uhr im Pfarrheim entstehen Reibereien zwischen Hilfsfeldmeister Franz Josef Keysers und Truppführer Helmut Demmer. Danach telefoniert Helmut Demmer mit dem Stammesfeldmeister. Der Truppführer legt sein Amt nieder.
Am 21.Oktober kommt es zu einer Besprechung zwischen dem Kuraten und dem Truppführer. Der Kurat erwähnt die Vorgänge des 17.Oktober.
Nach einem Vortrag für die erste Gradschulung in Königshof versucht Helmut Demmer am 22.Oktober gegenüber dem Feldmeister sein Tun zu rechtfertigen. Es geschieht dies in einer aufgeregten Weise und endet in Beschuldigungen gegen den Stammesfeldmeister, worauf dieser Helmut Demmer stehen läßt.
Hierauf trifft Helmut Demmer Werner Püllen, Leo Stachelhaus und Theo Neuenhüskes. Diese sind ob des Frevels an Helmut sehr erbost. Sie treffen noch den Hilfsfeldmeister und Werner Püllen erklärt diesem, daß er sein Amt als Kornett niederlegen würde. Er begründet dieses unter maßgeblicher Beteiligung der anderen Drei damit, daß in letzter Zeit sehr viel Bluff im Stamm getrieben würde. Der Hilfsfeldmeister erklärt sich für nicht zuständig und verweist an den Stammesfeldmeister. Dieses geschieht jedoch nicht. Am 24.Oktober ist für 15.00 Uhr eine Führerbesprechung beim Kuraten anberaumt, zwecks Klärung der Angelegenheit Helmut Demmer.
Um 14.00 Uhr erscheinen Helmut Demmer und Werner Püllen beim Kuraten und erklären, daß Sie an der Besprechung nicht teilnehmen werden. Durch die oben erwähnten Vorgänge, ist die Führerrunde nicht im Stande, eine richtige Klärung der Angelegenheit herbeizuführen. Es wird daher beschlossen, die Trupprunde vorläufig ausfallen zu lassen.
Zum Rundenabend am 27.Oktober sind nur der Stammesfeldmeister, der Hilfsfeldmeister und Helmut Demmer erschienen. So wird um 20.30 der Rundenabend geschlossen. Stammesfeldmeister und Hilfsfeldmeister gehen zu einer Besprechung zum Kuraten. Es wird beschlossen, Helmut Demmer den Trupp wieder zu übergeben und eine schriftliche Einladung für sämtliche Rundenmitglieder verfaßt, um beim Rundenabend am 3.November die längst fällige Aussprache herbeizuführen.
Am 29.Oktober, während der Pause der Kirchenchorprobe, erklären Werner Püllen, Leo Stachelhaus, Theo Neuenhüskes und Theo Ackers dem Stammesfeldmeister, daß eine weitere Zusammenarbeit in Runde und Stamm nicht mehr möglich sei. Der Feldmeister verweist auf den Rundenabend am 3.November.
Laut Beschluß der Stammesführung wird Helmut Demmer am 31.Oktober vom Kuraten unterrichtet, daß er den Trupp wieder übernehmen könne.
Helmut sieht die Unrichtigkeit seines Verhaltens ein und nimmt die Führung des Trupps wieder an.
Beim Rundenabend am 3.November um 20.40 Uhr sind sämtliche Rundenmitglieder einschließlich Kurat im Heim anwesend. Nach einer von allen Seiten geführten erregten Diskussion stellt der Stammesfeldmeister an jeden einzelnen die Frage: "Willst du noch weiterhin Pfadfinder bleiben und in der Ritter-Anwärter-Runde mitarbeiten?"
Folgende Mitglieder erklären sich hierzu bereit: Franz Beckers (er schied aber nach einem Monat auf eigenen Wunsch aus), Helmut Demmer, Franz Josef Keysers und Günter Schmitz. Dadurch treten folgende Pfadfinder aus dem Stamm aus: Theo Ackers, Ferdi Lorenz, Theo Neuenhüskes, Werner Püllen und Leo Stachelhaus. Die Mitgliedschaft besteht für diese noch bis zum 31.Dezember. Nachddem die zuletzt Genannten das Heim verlassen haben, beteuern die Verbliebenen, weiterhin der Arbeit im Stamm und der DPSG treu zu bleiben.
Am 25.November erscheint Helmut Demmer nicht zum Truppabend.
Dr.Schaffrath ist sehr erbost hierüber und stellt Helmut zur Rede. Helmut Demmer legt zum zweiten mal seinen Führerposten nieder. Der Kurat erklärt diesen, er könne nun auch nicht länger im Stamm bleiben.
Die Ritter-Anwärter-Runde wird aufgelöst.
Günter Schmitz übernimmt den Jungpfadfindertrupp und Hilfsfeldmeister Franz Josef Keysers die Sippe Leopard.
1954 Neueinweihung der Kirche
Am 16.Januar unternehmen die drei Pfadfindersippen des Stammes eine Nachtwanderung.
Am 24.Januar findet ein pfadfinderischer Wettkampf um den neu gestifteten Stammeswimpel statt. Sieger wird die Sippe Hirsch unter Manfred van Beek.
Am 26.Januar trifft sich der gesamte Stamm als Vorbereitung des Elternabends zum Singeabend.
Wie in jedem Jahr findet am 23.April 1954, dem Georgstag, die Stunde des Bundes statt.
Das Landeslager findet zu Pfingsten im Merzenicher Erbwald statt. Hier ein Kurzbericht von Günther Schmitz:

Samstag: Eintreffen vor dem großen Lagertor, Einweisung in den Gaulagerplatz, Zeltbau bei Regen. Abends Lagereröffnung durch Landesfeldmeister und Landeskurat. 10 Kornetts sprechen im Schein brennender Fackeln das Pfadfindergesetz. Losung und Leitwort des Lagers:"Der Pfadfinder Gottes."
Sonntagmorgen heilige Messe, anschließend kochen, lustiger Nachmittag, abendliches Lagerfeuer und Siegerehrung in der Jungpfadfinderstafette. Montagmorgen großer Singewettstreit. Schlußbesuche und Abbau.
Bei der Neueinweihung der Elisabethkirche, die am 28.Mai bei strahlendem Sonnenschein stattfindet, nimmt unser Stamm nahezu geschlossen teil.
Das Gaulager in Hinsbeck wird von zwei Jungpfadfindersippen besucht. Die Sippe Waldkauz erringt beim Singewettstreit den ersten Platz und bei der Stafette den zweiten Platz (Der Abstand zum Sieger besteht nur in einem Punkt).
Auch beim Johannisfeuer der Pfarrjugend übernimmt der Stamm die Vorbereitung und im wesentlichen die Vorbereitung und Gestaltung der Feierstunde. Er stellt sämtliche Sprecher und auch das "Klampfenorchester".
Vom 14. bis 18.August nimmt Günther Schmitz am 20.Bundeskurs für Feldmeister am Stausee bei Obermaubach/Eifel teil. (32 Teilnehmer)
Sechs Pfadfinder unseres Stammes fahren vom 29.Juli bis zum 23.August per Zug zu einem Jamboree nach Torquay/England.
Das Jamboree dauert eine Woche, danach sind unsere Pfadfinder noch zwei Wochen zu Gast in einer Pfadfinder-Familie.
Vom 4.-5. September findet auf dem Egelsberg ein Gaulager des Gaues Niederrhein statt.
Mit nur 105 Teilnehmern, was ca. ein Drittel der Stärke des Gaues entspricht wird es ein wenig frequentiertes Lager.
Bei der Stafette und beim Singewettstreit der Pfadfinder erreicht die Sippe Leopard Platz drei und die Sippe Elch Platz fünf. Die Jungpfadfinder schneiden in ihrer Stufe kläglich ab. Die Sippen Waldkauz und Specht belegen die beiden letzten Plätze.
An dem Lager nehmen ca. 220 Jungen teil.
Am 16.September unternimmt der Pfadfinder-Trupp trotz Regen und Kälte eine Nachtwanderung ins Hülser Bruch.
Zum Elternabend im Pfarrsaal lädt der Stamm am 10.Oktober alle Eltern der Mitglieder herzlich ein.
Im diesem Jahr verfügt der Stamm über zwei Jungpfadfinder-Sippen (Waldkauz und Specht) und über zwei Pfadfinder-Sippen (Elch und Leopard).
Stammesführer ist Emil Conrads.
Den Jungpfadfindertrupp leitet Günther Schmitz, der in diesem Jahr vom Bundesfeldmeister Hans Fischer zum Georgsritter ernannt wird.
1955 Jamboree in Kanada
Am 2.Juli veranstalten die Jungpfadfinder des Gaues Niederrhein einen Hindernislauf, der durch die ganze Stadt führt.
Mit Schreiben vom 7.Juli wird Günther Schmitz durch den damaligen Bundesfeldmeister Hans Fischer zum Feldmeister ernannt, der ihm als Leitspruch mit auf den Weg gibt: "Feldmeister sein, heißt dienen können".
Am Sonntag den 15.Juni veranstaltet der Gau Niederrhein einen Gauwettkampf unter dem Namen "Kimstafette 1955" für die Pfadfindersippen der St.Georgs Pfadfinder.
Es geht bei dieser Gelegenheit um den Gauwimpel, das Ehrenzeichen für die beste Sippe der Stadt.
Diese Aufgabenfahrt führt die Sippen über den Stadtwald an den Niepkuhlen vorbei zum Egelsberg, ja sogar noch weiter bis zur Tönisberger Mühle.
An einzelnen Stationen, die sie ihrer Art entsprechend bezeichnet haben, z.B. Biberbau, Sperberhorst oder Spechthöhle, müssen die Sippen verschlossene Briefe aufmachen und versuchen, die darin angegebenen Aufgaben zu erfüllen. Sie erstrecken sich von aktuellen Tagesfragen über die Herstellung einer Waldläufer-Mahlzeit, ohne die Benutzung eines Kochgeschirres, bis zur modernen Technik, nämlich zum Morsen.
Den Abschluß bilden einige Fragen, die erweisen sollen, ob die Pfadfinder auf ihrem Weg die Augen aufgemacht haben. Eine Aufgabe, die die Pfadfinder "Kimspiel" nennen.
Unter diesem Motto "Kim" steht die ganze Fahrt. Nach einem harten Kopf-an-Kopf-Rennen wird die Sippe Leopard von St.Elisabeth mit 126 Punkten Gausieger vor der Sippe Specht von Liebfrauen mit 125 Punkten. Auf dem dritten Platz folgt die Sippe Möwe vom Stamm Königshof mit 122 Punkten.
Im August ist in Obermaubach/Eifel der erste Woodbadgekurs der DPSG.
Vom 18. bis zum 28.August findet in Niarara/Kanada das 8.Weltjamboree unter dem Leitsatz "Neue Horizonte" statt.
Unser Stammeskurat Dr.Josef Schaffrath ist einer der insgesamt 108 Teilnehmer aus Deutschland. Mit ihm fahren zwei weitere Kuraten aus Essen und Augsburg.
Als Dr.Josef Schaffrath nach einem Monat zurückkehrt, muß er seinen Pfadfindern natürlich ausführlich berichten. Er zeigte sich von dieser Reise sehr beeindruckt. Dies kommt besonders in seinem
schriftlichen Bericht über das Weltjamboree zum Ausdruck. Das Gaulager auf dem Egelsberg am 10. und 11.September ist für den Stamm ein großer Erfolg. In der Pfadfinderstufe erringt die Sippe Leopard unter Manfred van Beek Platz 1 und damit den Gauwimpel.
Am 29.Oktober ist das alljährliche Gautreffen der Jungpfadfinder in der Jugendherberge Hardter-Wald.