Die Geschichte des Stammes
St.Elisabeth Krefeld

von 1932 bis 1951


1932

Gründung des Stammes St.Elisabeth


Am 18.März dieses Jahres geht man in der Pfarre St.Elisabeth daran, einen Pfadfinderstamm zu gründen, und zwar den Stamm Krefeld III, dessen Führung Willi Ponzelar übertragen wird.
Als erster Kurat wird Kaplan Theodor Wallraff gewählt.

Vom 6. bis 12. August findet in Vossenack ein großes Landeslager mit 200 Pfadfindern (ab 14 Jahre) statt und anschließend an der selben Stelle ein Wölflingslager mit 300 Wölflingen.
Zu diesen Treffen erscheinen Aachen VII, Krefeld II-St.Antonius und Krefeld III-St.Elisabeth als neue Stämme.

Am 27.August kann der neugegründete Stamm bereits die erste Verprechensfeier durchführen, bei der 5 Neulinge ihr Gelöbnis der Treue, der Hilfsbereitschaft und des Gehorsams auf das weiße Banner mit dem roten Kreuz und der weißen Lilie auf blauem Grund ablegen.


1933

Der Stamm führt unbeirrt seine Arbeit fort


Im Jahre 1933 werden die Zeichen einer neuen Zeit mit dem Anwachsen der braunen Welle des Nationalsozialismus immer fühlbarer.
Doch der Stamm Krefeld III an St.Elisabeth führt, wie alle Stämme der "Deutschen Pfadfinderschaft St.Georg", unbeirrt seine Arbeit fort.

Wie wenig sich auch die DPSG und alle anderen katholischen Jugendgruppen in die "Katakomben" verdrängen und ihrer Aktivitäten beschneiden lassen, zeigt die Tatsache, daß im März eine Kundgebung der "Deutschen Glaubensbewegung" gesprengt wird.

Kämpfe und Streitigkeiten mit der Hitlerjugend auf dem Weg von und zu den Heimabenden, sowie wilde Jagden hinter Bannern und Wimpeln auf Fahrten, sind bald an der Tagesordnung.

Am 25.April findet auf den Stadtwaldwiesen ein Geländesporttag statt.
Fahrten und Lager werden weiterhin durchgeführt, wie zum Beispiel am 1.Mai das Gaulager des Gaues Krefeld bei Hinsbeck. Am Nachmittag des gleichen Tages veranstaltet die DPSG Krefelds sogar einen Maiumzug in voller Kluft und mit wehenden Bannern.

Im Juni diesen Jahres wird die Kluft verboten. Dem folgt dann am 28.Juli ein generelles Lagerverbot.

Trotz dieser Verbote durch die Nationalsozialisten treffen sich die Pfadfinder am 26. und 27.August in St.Tönis zum zweiten Gaulager des Gaues Krefeld.

Am 3.November wird der Stammesführer Willi Ponzelar zum Pfadfinder 2.Grades ernannt. (Die Aufnahme erfolgte damals als Pfadfinder 3.Grades und steigerte sich durch Prüfungen bis zum Pfadfinder 1.Grades.)

Trotz allem wächst der Stamm St.Elisabeth weiter. Bereits am 26. November legen bei der Jahresfeier in St.Anna weitere 24 Neulinge ihr Pfadfinderversprechen ab.
Am Tag darauf treffen sich die Eltern der Stammesmitglieder zum ersten Elternabend.
Die Arbeit geht unbeirrt weiter, und nie ist wohl Treue und Einsatzbereitschaft größer, nie die Gemeinschaft so fest geschlossen gewesen.


1934

Versammlungsverbot!


Am 20.Januar sprechen die Nazis ein generelles Versammlungsverbot aus.
Die offizielle Stammesarbeit wird von nun an nur noch auf religiösem Gebiet fortgesetzt.

Und so findet dennoch am 6.März ein Gautag der Stämme I-V in der Jugendherberge Homberg statt und am 21.März legt die Sippe "Wildkatze" ihr Pfadfinderversprechen ab.
Der Georgstag am 23.April wird von den Stämmen des Gaues Krefeld gemeinsam gefeiert.
Zu dieser Zeit zählt der Stamm 30 Mitglieder.
Davon 15 Pfadfinder und 15 Wölflinge.


1935

Walter Reitschuster wird Stammesführer


Im Oktober muß der Stamm die ersten drei Jungmänner verabschieden, die Aufgrund des neuen, von den braunen Machthabern erlassenen, Wehrpflichtgesetzes, als Rekruten eingezogen werden.

In dieser Zeit tritt Willi Ponzelarvon seinem Amt als Stammesführer zurück, das er in Zusammenarbeit mit dem Stammeskuraten Kaplan Theodor Wallraffsolange in Treue und nimmermüder Einsatzbereitschaft für die Verwirklichung der Ziele katholischen Pfadfindertums inne gehabt hat.
An seine Stelle tritt als neuer Stammesführer Walter Reitschuster.

Ein packender Bericht aus dieser Zeit
Zu dieser Zeit zählt der Stamm 32 Mitglieder.
Davon 18 Neulinge und 14 Pfadfinder


1938

Verbot der DPSG


Aus Gründen der Tarnung nennt sich die DPSG "Gemeinschaft St.Georg".
Die GeStaPo besetzt das Krefelder Landesbüro und nimmt alle Unterlagen mit.
Im Februar werden die katholischen Jugendverbände aufgelöst und die DPSG verboten. Bis 1945 wird die Pfadfinderarbeit nur noch im Untergrund betrieben. Weil die religiöse Arbeit nicht verboten ist, trifft man sich in der Gegend um Hinsbeck zu Wochenendfahrten in weißen Hemden und schwarzen, kurzen Hosen.
Die Gruppen treffen sich privat und machen viele gemeinsame Unternehmungen. Es wird laufend versucht unsere Mitglieder abzuwerben. Gruppenabende werden gestört, um Propaganda für die HJ zu machen. Viele werden eingezogen oder kommen in den Kriegswirren um.
Es ist an der Tagesordnung, daß man zu Verhören bei der GeStaPo geladen wird.


1945

Engländer bauen die deutsche Pfadfinderbewegug wieder auf


Die Pfadfinderarbeit wird durch die Engländer als Besatzungsmacht mit Zelten, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden, stark unterstützt.
Im Sommer dieses Jahres bilden sich in der Pfarre St.Elisabeth bereits mehrere Jungen und Mädchengruppen. Neben der Zahl der Gruppen steigt auch ständig ihre Stärke.
Im Winter 1945 beginnen die Pfadfinder mit dem Bau ihrer Gruppenräume, die liebevoll "Büdchen" genannt werden.


1946

Erstes Lager nach dem Krieg


Die Pfarrjugend gestaltet am 26.Mai eine Marienfeier im Pfarrgarten. Am Schluß der Feier spricht Walter Reitschuster über die DPSG:


   "Wer Lust und Freude verspürt, sich mit den 
    Pfadfinderidealen bekannt zu machen, der 
    möge am 12.Juni zum Pfarrgarten kommen." 

An diesem Tage erzählt Walter Reitschuster fünf interessierten Jungen über Leben und Treiben der Pfadfinder, deren Gesetz, Wahlspruch, Organisation und so weiter. Hierdurch begeistert, erklären die Jungen ihren Beitritt zur GSG (Gemeinschaft St.Georg) und bitten um Bildung einer Neulingssippe.

Vom 8. bis zum 10.Juni findet das erste Landeslager nach dem Krieg in Rheindahlen statt. 500 Pfadfinder nehmen unter dem Leitsatz "Zucht und Freude" daran teil. Auch holländische Pfadfinder, Letten und Pfadfinder aus Süddeutschland finden sich zu diesem Lager ein.

Im Juli tritt auch die Jungmännergruppe von Peter Bönders der GSG bei und bildet eine zweite Neulingssippe.

Von Juli bis September findet die Vorbereitung zur Jungpfadfinderprüfung statt, die im Oktober abgelegt wird.
Am 1.November wird Walter Reitschuster zum Feldmeister ernannt.
Am 19.November erfolgt das Versprechen der beiden Sippen "Falke" (Walter Reitschuster) und "Otter" (Peter Bönders) in einer eindrucksvollen Feier in der Pfarrkirche.

Ab hier wird als Kurat, Pfarrer Dr.Josef Schaffrath erwähnt.
In der Silvesternacht legt Walter Reitschuster im Rahmen des traditionsreichen Führertreffens im Altenberger Dom sein Ritterversprechen ab und wird zum Georgsritter ernannt.


1947

Bundesamt Krefeld wird gegründet


Am 19.März spricht der Stammesfeldmeister zu den Jungen der zweiten Jungschargruppe (Emil Conrads) und zur dritten Jungschargruppe (Herbert Pütz) über das Wölflingswesen der GSG. Jeder Junge bekommt das Heft "Der Wölfling". Der Erfolg ist großartig. Alle Jungen wollen Wölflinge werden.

Die Rudel bekommen ihre Bezeichnungen:
Grünes Rudel (Emil Conrads)
Blaues Rudel (Herbert Pütz)
Die Einrichtung eines Bundesamtes in Krefeld wird beschlossen. Will von der Way und Franz Towet leiten in Vertretung des Bundesfeldmeisters, Walter Casott, den Aufbau des Amtes. Franz Towet tritt als Landeswölflingsmeister zurück und wird hauptamtlich als Sekretär in das Bundesamt berufen.

Die Stunde des Bundes (Georgstag) wird am 23.April im Pfarrgarten abgehalten. 13 Jungen legen ihr Pfadfinderversprechen ab. Vier Stämme (St.Dionysius, St.Norbertus, St.Petrus-Canisius und St.Elisabeth) nehmen an dieser Feierstunde teil.

Am 1.Mai wird Peter Bönders zum Feldmeister ernannt.
Am 15.Mai ruft die Pfarrjugend zum Singewettstreit auf. Drei Jungschar-, zwei Frohschar-, fünf Mädchen-, und fünf Jungengruppen beteiligen sich. Sieger bei den Jungen wird die Sippe Otter, Sieger der Jungschar wird das grüne Rudel.

Vom 24. bis 26.Mai wird das Landeslager Aachen in Arsbeck durchgeführt. Das Lager steht unter der Leitung von Gaufeldmeister Lutz Essers (Wassenberg) und Gaufeldmeister Jupp Hofer (Krefeld). Bei der Lagereröffnung durch Landeskurat Pater Bentivolius (Franziskaner) und Landesfeldmeister Will von der Wey können 1300 Jungen begrüßt werden. Auch holländische Gäste, Pfadfinderführer und Wölflingsführerinnen, sind anwesend und überbringen die Grüße der holländischen Pfadfinder.
Der Bischof von Aachen grüßt in einem Telegramm "seine" Gemeinschaft St.Georg. Die Tage beginnen mit der hl.Messe am selbstgebauten Lageraltar.
Singewettstreit, Pfadfinderspiele, Arbeitskreise, und nicht zuletzt die Kocherei füllen die sonnigen Tage aus.
Am letzten Abend legen 70 Jungen am Lagerfeuer ihr Versprechen ab und versprechen bei ihrer Ehre, treu zu sein Gott, der Kirche und dem Vaterland, jederzeit und allen Menschen zu helfen und dem Pfadfindergesetz zu gehorchen.
Auch hier werden die Pfadfinder wieder mit Zelten von den Engländern unterstützt. Am Lager nimmt die Sippe Falke teil. Es ist das erste Pfadfinderlager für den Stamm St.Elisabeth.

Ende Mai erhält die Wölflingsmeute den Namen Baghira.
Die Jungwolfprüfung des grünen Rudels findet am 10.Juni statt.
Am 21.Juni wird Peter Bönders im Altenberger Dom zum Georgsritter ernannt.
Am Johannistag legen 15 Jungen der Baghira-Meute ihr Wölflingsversprechen ab:


   "Ich verspreche so gut ich kann 
    treu zu sein. 
    Gott, den Eltern, den Vorgesetzten 
    und dem Gesetz der Wölflinge 
    und täglich jemand eine Freude zu machen."


Im Rahmen dieser Versprechensfeier wird auch das Lilienbanner des Stammes geweiht.

Vom 26. bis 28. Juli richtet der Gau Niederrhein das Gaulager in Lank am Rhein aus. Es sind drei Tage Sonne und Freude für den Stamm St.Elisabeth. Im Singewettstreit belegen unsere Pfadfinder den ersten und unsere Wölflinge des grünen Rudels den zweiten Platz.

Vom 09. bis 10.August findet das lustige Jugend-Theaterspiel "Blut und Liebe" der Sippe Otter im Hardter Wald statt. Peter Bönders spielt die Jungfrau.

Am Franziskustag (4.Oktober) legen im Rahmen der Stunde des Bundes, neun Wölflinge des blauen Rudels ihr Versprechen ab.
Am 21.Dezember veranstaltet die männliche Pfarrjugend eine Ausstellung ihrer Bastelaktion. Der Stamm hat gut gearbeitet.


1948

Landeslager auf dem Egelsberg


Am Georgstag (23.April) findet um 6.oo Uhr eine Gemeinschaftsmesse statt. Am Abend des gleichen Tages legen die Wölflinge des blauen Rudels der Balu-Meute aus Stahldorf im Pfarrgarten ihr Versprechen ab.
Walter Reitschuster legt anschließend seinen Posten als Stammesfeldmeister nieder und Emil Conrads wird auf Vorschlag des Stammes vom Landesfeldmeister zum neuen Stammesführer ernannt.

Vom 15. bis 17.Mai findet das Landeslager auf dem Egelsberg statt. Die Losung "Zucht und Freude" lassen das Lager zu einem großen Erfolg werden. Unsere Sippe Falke gewinnt den Landeswimpel für Pfadfinderspiele. Insgesamt nehmen an diesem Lager 1300 Jungen teil.
Anmerkung: Das Lager hat schon einen komfortabelen Stand: Es gibt eine, von Jupp Hofer organisierte Feldtelefonanlage zum Schutz vor Überfällen von anderen Gruppen.

Am 1.Juni findet im Stamm eine Volkszählung statt. Die Stammesstärke beträgt 52 Jungen: 2 Ritter, 15 Pfadfinder, 3 Pfadfinder-Neulinge, 23 Wölflinge, 9 Wölflings-Neulinge.
Vom 2. bis 7.August wird vom Stamm St.Elisabeth ein Jungscharlager in Altenberg durchgeführt.
Vom 28. bis 29.August findet ein Gautreffen auf dem Egelsberg statt. Die Sippe Falke, das grüne und das blaue Rudel, also Wölflinge und Pfadfinder, zeigen, was sie gelernt haben. Im Singewettstreit gibt es für St.Elisabeth den zweiten Platz. Unser Kurat, Dr.Schaffrath besucht uns. Das Lager ist ein schöner Abschluß der Fahrten und Sommerzeit.

Am 4.Oktober beginnt der St.Franziskustag am frühen Morgen mit einer Gemeinschaftsmesse und endet am Abend mit der Stunde des Bundes in der Kirche. Zwei Jungen der Sippe Falke legen ihr Pfadfinderversprechen ab.
Am 14.November besucht der Direktor des "Boyscouts International Bureau London", Colonel Wilson das Düsseldorfer Planetarium. Teilnehmer sind der Bund freier Pfadfinder, die christliche Pfadfinderschaft und die Gemeinschaft St.Georg. Es sind Abordnungen polnischer, holländischer, lettischer und littauischer Pfadfinder zugegen.
Zahlreiche Vertreter der Presse, der Stadt Krefeld und des Landes Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls vertreten.

Der Gaufeldmeister Hofer wird am 20.November abgedankt. Willi Gobbers wird von den Rittern, Feldmeistern und Stammesführern zum neuen Gaufeldmeister gewählt. Willi nimmt die Wahl an.

Der Beschluß des Gauthings vom 11.Dezember, den Gau Niederrhein in zwei Sektoren zu teilen, verbindet die Stämme Lank, Uerdingen, Linn, Oppum und Bockum zum Rheingau und die Stämme der Innenstadt zum Gau Niederrhein.
Das Geld der Weihnachtssammlung verteilt der Stammesführer im Einvernehmen mit dem Kuraten.


1949

Der Stamm bekommt ein Heim


Am 08.Februar bekommt das blaue Rudel einen neuen Rudelführer: Horst Grütering.
Am 19.März wird Stammesführer Emil Conrads zum Hilfsfeldmeister ernannt.

Der Georgstag am 23.April beginnt morgens um 7.00 Uhr in der Kirche. Es versammeln sich die Wölflinge und Pfadfinder um den Tag ihres Schutzpatrons mit dem hl. Opfer zu beginnen. Um 20.00 Uhr findet die Feierstunde im Pfarrgarten statt. In eindringlichen Worten legt der Kurat, Pastor Schaffrath, die Forderungen des Pfadfindertums klar:


  "Die Gestaltung des täglichen Lebens aus dem 
   Pfadfinder- und Wölflingsgesetz und die 
   tägliche gute Tat. Das Leitwort der DPSG 
   für dieses Jahr "Zage nicht - wage" 
   soll für unser Tun bestimmend sein. 
   Und nicht zuletzt soll der hl. Ritter 
   und Märtyrer Georg uns beistehen 
   in unserem Ringen. 

Am 1.Mai findet eine Niederrheinfahrt der Sippe Otter statt.
Am 26.Mai trifft sich der Gau in St. Martin zur Marienfeier.
Vom 04.-06.Juni findet man sich zum Landestreffen in Eschweiler-Birkengang ein. Das Motto lautet "Schaffen und Schauen". Vom Stamm St.Elisabeth nehmen die Sippe Falke mit fünf Pfadfindern und Sippe Gazelle mit sieben Neulingen teil. Der Landeswimpel wird durch die Sippe Falke an den Stamm Kohlscheid verloren. Grund: die Pfadfinderspiele müssen mit einer sieben Mann starken Sippe beschickt werden. Da die Falken nur mit fünf Jungen liefen, entstand ein großer Punktverlust. Wenn auch das "Schaffen" zu wünschen übrig ließ, ist doch durch das "Schauen" viel gelernt worden.

Die Stärke des Lagers beträgt ca. 1000 Pfadfinder, ca. 990 Jungpfadfinder, ca. 30 Ritter, 15 Holländer und 15 Esten. Auch der Bundeskurat und der Bundesfeldmeister besuchen das Lager. Die größte Freude bedeutet der Besuch seiner Excelenz des hochwürdigsten Herrn Bischofs Johannes Josef van der Velden.
Vom 23. bis 31 Juli findet eine große Fahrt der Sippe Otter Eifel-Trier-Koblenz statt.
Im August löst sich die Sippe Falke wegen Führermangels nach und nach auf. Nach dem Ausscheiden des Sippenführers, Feldmeister Reitschuster, ist eine Weiterführung der Sippenarbeit nicht möglich, da keine geeignete Führung gefunden worden ist. Hans Felbermaier, als kommissarischer Sippenführer (primus inter pares) eingesetzt, entspricht nicht den Anforderungen, die an einen Führer gestellt werden müssen. Hierdurch bleiben die Pfadfinder nach und nach den Sippenabenden fern, so daß sich die Notwendigkeit der Auflösung ergibt.

Am Gaulager Niederrhein, welches vom 27.-28.August auf dem Wolfsberg bei Tönisberg stattfindet, nehmen von unserem Stamm die Sippen Gazelle und Leopard teil.
Beide Sippen zeigen, was sie gelernt haben und sehen vor allen Dingen, was noch zu lernen ist. Die Sippe Gazelle erringt den 3. und die Sippe Leopard den 4. Preis.

Am 01. und 02. Oktober wird das Rüsthaus St.Georg unter Leitung von Will von der Way und Franz Towet in Krefeld gegründet. Zunächst befinden sich die Räumlichkeiten im Bundesamt in St.Tönis. Aus Platzmangel findet ein Jahr später ein Umzug in das Dreifaltigkeitskloster und später zur Roonstraße, in ehemalige Fabrikationsräume der Firma Kraus statt.

Der Franziskustag am 04.Oktober beginnt mit der Gemeinschaftsmesse. In der Stunde des Bundes, abends um 19,00 Uhr im Pfarrgarten, nimmt der Gaufeldmeister den zehn Pfadfindern der Sippe Gazelle das Versprechen ab. In eindringlichen Worten mahnt er an die Pflichten des Pfadfinders, der nicht immer loderndes Feuer sein kann, aber beständige Glut sein sollte.
Für Weihnachten wird dieses Jahr nicht gebastelt. Die zwei Sippen und das Rudel tragen Nahrung und Genußmittel, sowie Bekleidungsgegenstände zusammen und schicken drei Pakete an das Heimkehrerlager Friedland.

Durch den Wiederaufbau des Kindergartens soll der frühere Gruppenkeller (Katakomben unter dem Kindergarten) als Pfadfinderheim eingerichtet werden. Um Mißstände und Streitigkeiten mit dem Kindergarten auszuschalten, wird durch den Pfarrer der Raum der früheren Erwachsenen-Aborte den Pfadfindern als Heim übergeben. Nach Fertigstellung des Daches kann mit der Herstellung des Raumes begonnen werden.


1950

Fahrt nach Rom


Bei der Kornettrunde beim Kuraten am 11.Januar wird über Ausbildung und Prüfung der Neulinge, Durchführung der Sippenabende, Finanzwesen und vieles andere noch beraten.
Am 09.April wird der Stammesführer Emil Conrads vom Bundesfeldmeister zum Feldmeister ernannt.
Der Georgstag am 23.April findet dieses Jahr in St. Norbertus statt, da der Feldmeister Emil Conrads im Krankenhaus liegt.
Am 10.Mai wird die Führung der Sippe Leopard (bisher Klaus Mandl) an Werner Püllen aus der Sippe Gazelle übertragen. Die Führung des Blauen Rudels (bisher Horst Grütering) wird Günter Schmitz aus der Sippe Gazelle übertragen. Das Blaue Rudel wird in eine Jungsippe umgewandelt.

Am 21.Mai wird eine Pfadfinderstafette des Gaues Niederrhein als Ausscheidung für die Landesstafette auf dem Egelsberg veranstaltet. Von jedem Gau nehmen zwei Sippen an der Landesstafette teil. Die Gaustafette ermittelt als beste Sippe die Sippe Gazelle aus St.Elisabeth und eine Sippe aus Liebfrauen.

Am 24.Mai wird die erste Jungsippe der Jungpfadfinderstufe gebildet, aus der der spätere Jungtrupp Ignatius von Layola hervorgehen soll.

Das Pfingstlager des Landes Aachen findet vom 27.-29.Mai in Mönchengladbach-Hardt statt und steht unter dem Motto "Baut Brücken". Vom Stamm St.Elisabeth nehmen die Sippen Gazelle und Leopard am Lager teil. Der Verlauf des Lagers gestaltet sich durch fortwährenden Regen etwas anders als geplant. Bei der Pfadfinderstafette schneidet die Sippe Gazelle als siebter ab.
Das Verhalten der zwei Sippen bei der Stafette und während des ganzen Lagers war gut. Durch Technik und Wissen wird die Mehrzahl der gestellten Anforderungen gemeistert. Der weiteren Sippenarbeit wird es überlassen sein, Wissen und Können der Pfadfinder so zu vermehren, daß bei der Stafette 1951 ein noch größerer Erfolg errungen werden kann.

An der großen Romfahrt der DPSG zum hl. Jahr vom 19.-28.September nehmen vom Stamm St.Elisabeth der Stammesfeldmeister Emil Conrads und Max Walber teil.
Im Rahmen dieser Fahrt wird am 24.September der Feldmeister Emil Conrads auf dem Capitol vom Bundesfeldmeister zum Georgsritter ernannt und legt auch hier sein Ritterversprechen ab.


  "Die Fahrt von Krefeld nach 
   Basel-Luzern-St.Gotthard-Florenz-
   Assisi-Rom-Rapallo-Basel-Krefeld 
   war ein großes Erlebnis. 
   Wer kann die Gefühle beim Anblick 
   der Basiliken, St. Peters, der 
   Kunstschätze der vatikanischen Museen,
   der Katakomben usw. schildern? 
   Das Schönste waren die beiden 
   Sammelaudienzen beim hl. Vater
   in St.Peter und Castell Gandolfo, 
   denen wir beiwohnen durften. 
   Es wird dies alles uns nicht mehr 
   genommen werden können und wir 
   dürfen ein ganzes Leben davon zehren."

Die Feierstunde des Franziskustages am 04.Oktober wird mit dem ganzen Gau im Kaiser-Friedrich-Hain gestaltet.

An der Gaustafette am 05.November nehmen nur fünf Sippen teil. Es gewinnt unsere Sippe Gazelle mit 14 von 20 möglichen Punkten.
Im Dezember verschickt die Sippe Gazelle ein 13,5 Pfund schweres Paket mit Fettwaren und Nährmitteln an ostberliner Pfadfinder.
In diesem Jahr wird auch der Pfarrsaal wieder neu aufgebaut.


1951

Willi Ponzelar legt Ritterversprechen ab


Die Sippe Gazelle nimmt an der Gaustafette am 07.Januar teil und wird zweite. Der Sippenführer weilt zur Zeit der Austragung im Krankenhaus. Günter Schmitz tritt an seine Stelle.
Am 04.März legt Willi Ponzelar auf dem Landesführertreffen der "Grenzmark Aachen" in Altenberg sein Ritterversprechen ab. Sämtliche Führer des Stammes nehmen teil.

Am 08.April wird eine Gaustafette als Ausscheidung für die Landesstafette durchgeführt. Der Sippenführer ist auch jetzt krank. Die Leistungen der Gazellen sind mäßig. Da nur der zweite Platz erreicht wird, scheidet die Sippe für die Landesstafette aus.

Am 22.April, dem Vorabend des Georgstages, legen die Mitglieder der Jungsippe Falke, nach entsprechender Vorbereitung, als erste im Stamm ihr Jungpfadfinderversprechen ab.

Im Mai werden Günter Schmitz und Werner Püllen vom Landesfeldmeister zum Kornett ernannt. Werner Püllen schreibt seine vierseitige Kornettarbeit über eine Fahrt nach Altenberg. Die Beurteilung des Kuraten, der die Arbeit vorher begutachtet, lautet: "Zu romantisch!"

Vom 12.-14.Mai findet das Landeslager Aachen beim Kloster Steinfeld in der Eifel statt. Am Lager nehmen die Sippen Leopard, Gazelle und die Jungsippe Falke teil.
Der Lagerplatz ist sehr zufriedenstellend. Dagegen könnte das Wetter besser sein. Nachts ist es sehr kalt.

Am 22.Mai feiert die Sippe Gazelle ihr fünfjähriges Bestehen mit einer großen Feier im Pfarrsaal. Geplant ist es ganz gut, denn jeder soll einen Kuchen mitbringen. Nur keiner rechnet damit, daß dies auch wirklich jeder tut. So hat man auf der Feier für jede Person einen ganzen Kuchen.

Die Beteiligung der Pfadfinder an der Pfarrprozession am 03.Juni ist gut. Nach der Prozession werden die Fahnen abgebaut und eingesammelt.

Am 24.Juni treffen sich der Stammesfeldmeister Emil Conrads, der Feldmeister Benno Kesting und der Leiter des städt. Lehrlingsheimes auf der Steckendorfer Straße, betreffs Übernahme der dortigen Pfadfinder in den Stamm St.Elisabeth.
Vorgesehen ist die Abstellung eines Sippenführers zum Lehrlingsheim. Dieser Plan zeigt sich aber als nicht durchführbar, da im Stamm Führungsmangel herrscht.
So wird die Eingliederung der dortigen Pfadfinder in die Sippen von St.Elisabeth vereinbart. Erfolg gleich Null.

Am 1.Juli wird im Pfarrgarten ein großes Pfarrfest durchgeführt. Der Stamm ist maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt.
Vierzehn Pfadfinder vom Stamm nehmen am Einkehrtag im Marienheim vom 14.-15.Juli teil.

Die Sippe Gazelle gewinnt die Gaustafette am 22.Juli in St. Norbertus und auf dem Hülserberg.
Am 27.Juli fährt Kornett Günter Schmitz für drei Wochen zu einem internationalen Pfadfinderaustausch nach England.

Am 31.Juli - Reisegebet des Gaues zu Beginn der Fahrtenzeit in St.Norbertus um 20.00 Uhr.

Vom 4. bis 19.August fährt die Sippe Gazelle mit dem Fahrrad in den Schwarzwald. Schon die erste Rast am Rhein, kurz hinter Koblenz, zwischen Rheinufer und Bahndamm bringt ein lustiges Ereignis

Das diesjährige Gaulager der Jungpfadfinder findet am 16.September auf dem Egelsberg statt. Als Bester schneidet der Trupp Ignatius vom Stamm St.Elisabeth ab.

Am darauffolgenden Wochenende wird das Gaulager für Pfadfinder auf dem Egelsberg durchgeführt. Es gewinnt die Sippe Gazelle vom Stamm St.Elisabeth.
Am 30.September nimmt die Sippe Gazelle am Tag der Jugend, Krefeld auf der Stadtwaldwiese teil.

Am 25.Oktober besuchte der Direktor des "Boyscouts International Bureau London" Colonel Wilson das Bundesamt der DPSG in Krefeld.
Im Kaiser-Wilhelm-Museum wird am 15.Dezember der Romfilm der DPSG vom Gau vorgeführt.

Statistik: Die Stammesstärke beträgt 30 Jungen.